Begehen um zu begreifen – Wie funktioniert das WeltTellerFeld?

Ein Entdeckungsgang über das öffentlich zugängliche WeltTellerFeld lädt alle interessierten Besucher*innen ein, die Ausmaße und Zusammenhänge der Lebensmittelproduktion und unseres Ernährungssystem zu erkunden. Spielerisch gestaltete, interaktiv nutzbare Stationen bieten die Möglichkeit zur Beobachtung und Reflexion. Führungen und informative Schautafeln ermöglichen den Besucher*innen selbst Lösungen für diese Herausforderungen zu entwickeln. Nicht nur das Erkennen der Problemfelder (z.B. Auswirkungen des übermäßigen Fleischkonsums auf die Gesundheit und Umwelt, Import exotischer Früchte) steht im Mittelpunkt, sondern vor allem das greifbare Erleben und sinnliche Erfahren unterschiedlicher Gestaltungsmöglichkeiten im täglichen Leben. So wird etwa durch regional wachsende Obst- oder Gemüsesorten das Bewusstsein für die Vielfalt an gesunden und nachhaltigen Angeboten geschärft. Die Bedeutung der städtischen und stadtnahen Landwirtschaft Wiens und des Umlands wird hervorgehoben und durch Hinweise auf konkrete Bezugsquellen wie Bauernmärkte greifbar.

Neben der inhaltlichen Auseinandersetzung lädt das Feld zur Bewegung im Freien ein und regt zum gemeinsamen Handeln an. Saisonal angepasst laden Ernteveranstaltungen und experimentelles Verarbeiten sowie Verkochen der Erzeugnisse des Feldes zum Zusammenkommen und Austausch an. Gerade die Verknüpfung von gesundheitsfördernder und klimaschonender Kost wird junge Menschen mit ihrem wachsendem Klimabewusstsein für eine gleichermaßen gesunde und zukunftsgerichtete Ernährung begeistern.

Bildungskonzept

Eine Kurzversion unseres Bildungskonzepts steht zum Download zur Verfügung.

Lern- und Aktionsfelder

Was entsteht konkret?

Das öffentlich zugängliche WeltTellerFeld entsteht auf den Flächen der Kleine Stadt Farm
  • Der Aufbau des Feldes wird in folgende Elemente bzw. Flächen (in % benötigter Fläche/pro Person) unterteilt:
    • Inland (49% der Fläche) – Ausland (51% der Fläche)
    • Tierischer (54% der Fläche) – menschlicher Verzehr (46% der Fläche)
    • Durch Erkundungspfade wird das Feld entsprechend untergliedert[1]
  • Innerhalb dieser Kategorien wird die Feldfläche wiederum in die einzelnen Anbaugruppen (Weizen, Mais, Gemüse usw.) unterteilt.
  • Ziel ist, das Feld möglichst inklusiv zu gestalten (z.B. durch Speech Codes für Menschen mit Sehbeeinträchtigung)
  • Exotische Feldfrüchte, wie beispielsweise Palmöl, werden durch regional anbaubare Feldfrüchte, z.B. heimische Ölkulturen wie Raps, ersetzt. Durch Informationstafeln wird aber auf den Flächenbedarf für diese exotischen, importierten Lebensmittel hingewiesen und gleichzeitig alternative, regional beziehbare Feldfrüchte aufgezeigt werden.

 

Bildungskonzept zur Vermittlungsarbeit

Das Bildungskonzept bildet den Rahmen sowie Orientierung für zukünftige Bildungsmaßnahmen am Feld. Grundlegende Bildungsziele, Strategien zur Zielgruppen-Erreichung, Didaktik und Methodik werden hier festgelegt.

Aktivitäten und die didaktische Methoden umfassen unter anderem folgendes:

  • Informationstafeln laden dazu ein, das WeltTellerFeld auf eigene Faust zu erkunden.
  • Führungen und Workshops mit Besucherinnen und Besuchern (bzw. Schulklassen) am WeltTellerFeld für eine vertiefende Beschäftigung mit einzelnen Aspekten.
  • Peer-to-Peer-Trainings machen junge Menschen zu Multiplikator*innen und übertragen ihnen ein besonderes Verantwortungsgefühl. Durch Weiterbildungen zu den relevanten Inhalten sollen sie selbst Gruppenführungen leiten können.
  • Digitale Tools können optional genutzt werden, um die Besucher*innen durch das WeltTellerFeld zu leiten. Sie unterstützt die Auseinandersetzung mit dem individuellen Konsumverhalten und begleitet die Menschen über den Besuch hinausgehend, um eine langfristige Auseinandersetzung mit dem Thema möglich zu machen und die Wirksamkeit zu erhöhen.

 

Bekanntheit & Zusammenarbeit
  • Regelmäßige Veranstaltungen laden die interessierte Öffentlichkeit ein, das WeltTellerFeld zu besuchen und ermöglichen es Schwerpunkte zu setzen z.B. Gesundheit, Ernährung, Saisonalität, Produktion, etc.
  • Engagierte Freiwillige und Mitarbeiter*innen betreuen das WeltTellerFeld, entwickeln es weiter und sorgen für einen Wissenstransfer in andere Regionen.
  • Kooperationen mit relevanten Partner*innen (wie schulischen aber auch außerschulischen Bildungseinrichtungen) beleben das WeltTellerFeld und sorgen für eine hohe Bekanntheit in der Wiener Bevölkerung und darüber hinaus.

[1] Datenquelle: http://www.fao.org/faostat/en/#data; Modellierung: https://fabio.fineprint.global; Berechnung durch: Martin Bruckner, WU Wien;  Aggregation: Charlotte Kottusch, Anna Krulis, Ernährungsrat Wien